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Was macht eine Geschichte spannend?

Was macht eine Geschichte spannend?

Video Storytelling, Wie erzähle ich gute Geschichten? Was macht sie spannend?

Alfred Hitchcock war der Meister der Spannung durch Unsicherheit. Wie wird sich der Charakter entscheiden? Welche Zweifel plagen ihn? Aber nicht nur Unsicherheit erzeugt Spannung – auch die Erwartung und die Bestätigung unseres Weltbildes. Wie man Spannung erzeugt und welche Teile bei einer guten Geschichte dazugehören, erfahrt ihr in diesem Beitrag …

Spannend ists, wenn es spannend ist

Vor allem im Videobereich – sprich, auch für eure Imagevideos oder Social Media Videos – solltet ihr euch vor dem Dreh wirklich eine gute Geschichte überlegen. Hilfreich könnte hier vor allem der Autor Robert McKee werden.

Robert McKee ist ein renommierter Autor, Drehbuchlehrer und Experte für Storytelling. Er hat den Bestseller „Story: Substance, Structure, Style, and the Principles of Screenwriting“ geschrieben, der als eines der maßgeblichen Werke über das Schreiben von Geschichten gilt. McKee ist bekannt für seine Seminare und Workshops, in denen er Autoren, Drehbuchschreiber und Filmemacher aus der ganzen Welt unterrichtet.

McKee’s Ansatz des Storytellings basiert auf der Überzeugung, dass Geschichten eine grundlegende menschliche Notwendigkeit sind und dass sie die Kraft haben, uns zu inspirieren, zu unterhalten und zu beeinflussen. Seine Lehren konzentrieren sich darauf, wie man überzeugende und spannende Geschichten erschafft, sei es für Film, Fernsehen, Theater oder andere Erzählformen.

Das zentrale Konzept seiner Philosophie

Ein zentrales Konzept in McKee’s Storytelling-Philosophie ist der Begriff der „konfliktgetriebenen Geschichte“. Er betont die Bedeutung von Konflikten als treibende Kraft für eine Geschichte. Konflikte erzeugen Spannung, halten das Publikum engagiert und bringen die Charaktere dazu, sich zu entwickeln und Veränderungen durchzumachen.

McKee legt auch großen Wert auf die Entwicklung von Charakteren. Er betont, dass gut entwickelte Charaktere das Herzstück einer Geschichte sind und dass ihre Motivationen, Ziele und Konflikte der Schlüssel zur Identifikation und Bindung des Publikums sind.

Ein weiterer wichtiger Aspekt von McKee’s Lehren ist die Idee des „Story Designs“. Er erklärt die Bedeutung einer klaren Struktur und eines sinnvollen Aufbaus einer Geschichte. Eine Geschichte sollte einen Anfang, eine Mitte und ein Ende haben, wobei die Handlung auf einen Höhepunkt zusteuert. McKee betont die Wichtigkeit von Wendepunkten, Konflikten und dramatischen Spannungsbögen, um das Publikum zu fesseln.

Darüber hinaus betont McKee die Kraft des Dialogs und der Sprache in einer Geschichte. Er lehrt, wie man Dialoge schreibt, die den Charakteren Leben einhauchen, ihre Beziehungen zueinander verdeutlichen und zur Weiterentwicklung der Handlung beitragen.

McKee’s Lehren zum Storytelling sind nicht auf einen bestimmten Mediumstyp beschränkt. Seine Konzepte und Prinzipien können auf verschiedene Erzählformen angewendet werden, sei es Film, Fernsehen, Theater, Literatur oder sogar Marketing und Werbung.

Das Prinzip „Hook, Hold und Payoff

„Hook, Hold, Payoff“ ist ein Konzept, das oft im Kontext des Storytellings verwendet wird, um eine spannende und effektive Erzählstruktur zu schaffen. Es bezieht sich auf die Abfolge von Ereignissen in einer Geschichte, die das Publikum fesseln und engagieren sollen.

    1. Hook: Der „Hook“ bezieht sich auf den Anfang einer Geschichte, der das Interesse des Publikums wecken soll. Es ist ein Moment, der Aufmerksamkeit erregt und Neugierde weckt. Ein Hook kann beispielsweise eine überraschende Situation, ein interessantes Rätsel oder ein fesselndes visuelles Element sein. Das Ziel ist es, die Zuschauer von Anfang an einzufangen und sie dazu zu bringen, wissen zu wollen, wie es weitergeht.
    2. Hold: Der „Hold“ bezieht sich auf die Aufrechterhaltung der Spannung und des Interesses des Publikums im Verlauf der Geschichte. Es geht darum, die Zuschauer durch konstante Enthüllungen, Wendungen und Konflikte engagiert zu halten. Der Hold-Teil der Geschichte kann mit verschiedenen Hindernissen, Konfrontationen oder emotionalen Höhen und Tiefen gefüllt sein, die das Publikum dazu bringen, mit den Charakteren mitzufühlen und gespannt zu bleiben.
    3. Payoff: Der „Payoff“ bezieht sich auf den Höhepunkt oder das Ende der Geschichte, bei dem die aufgebaute Spannung ihren Höhepunkt erreicht und wichtige Fragen oder Konflikte aufgelöst werden. Der Payoff sollte eine erfüllende und zufriedenstellende Erfahrung für das Publikum bieten, indem er wichtige Enthüllungen, emotionale Befriedigung oder unerwartete Wendungen bietet. Es ist der Moment, in dem das Publikum belohnt wird und die Geschichte einen bleibenden Eindruck hinterlässt. 
    Eine Möglichkeit – aber keine starre Formel

    Das Konzept von „Hook, Hold, Payoff“ ist darauf ausgerichtet, eine Geschichte mit einem starken Anfang, einem mitreißenden Mittelteil und einem befriedigenden Abschluss zu strukturieren. Es bietet eine Möglichkeit, die Spannung und das Interesse des Publikums aufrechtzuerhalten und sicherzustellen, dass die Geschichte effektiv und fesselnd ist.

    Es ist wichtig zu beachten, dass das Konzept von „Hook, Hold, Payoff“ nicht als starre Formel angesehen werden sollte. Jede Geschichte ist einzigartig und erfordert möglicherweise Anpassungen oder Variationen dieser Struktur, um den spezifischen Anforderungen und Zielen der Geschichte gerecht zu werden. Es dient jedoch als nützlicher Leitfaden, um eine erzählerische Struktur zu schaffen, die das Publikum fesselt und involviert.

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